»Und nun, Mylord," sagte Ramorny, den Brief siegelnd,und ihn liegen lassend, »wollt Ihr nicht in's Boot?"
„Nicht eher, als bis mein Kammerdiener mit einigen Klei-dern und nothwendigen Sachen kommt — auch mögt Ihrmeinen Vorschneider rufen."
„Mylord," sagte Ramorny, «die Zeit drängt und Vorbe-reitungen weiden nur Argwohn erregen. Eure Dienstleutewerden Euch morgen mit den Sachen folgen. Für diese Nachtwird Euch hoffentlich mein armer Dienst bei Tafel und Schlaf-gemach genügen."
„Nun, diesmal bist Du der Vergeßliche," sagte der Prinz,den verwundeten Arm mit seiner Reitgerte berührend. Be-denke, Mann, Du kannst weder einen Kapaun vorschneiden,noch eine Schleife binden — ein guter Vorschneider oderMundschenk!"
Ramorny lächelte mit Wuth und Schmerz; denn seineWunde, obwohl in der Heilung begriffen, war noch sehr em-pfindlich und selbst die Bewegung eines Fingers dagegen machteihn zittern.
„Gefällt es Eurer Hoheit nicht, in's Boot zu gehen?"
„Nicht, bis ich Abschied vom Lord Connetable genommen.Rothsay darf nicht, wie ein Dieb aus dem Gefängniß, ausErrols Hause davonschlcichen. Ruft ihn hieher."
„Mylord Herzog," sagte Ramorny, „es könnte unsermPlane gefährlich sein."
„Zum Teufel mit Gefahr, Deinem Plane und Dir! —ich muH und will gegen Errol handeln, wie es uns Beidengebührt."
Der Graf trat aus des Prinzen Ruf herein.
„Ich bemühte Euch hieher, Mylord," sagte Rothsay mitder würdevollen Artigkeit, die er so wohl anzunehmen verstand,