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„Und wie fühltet Ihr Euch bei der Sache?" fragte derjunge Häuptling.
„Was thut das bei der gegenwärtigen Angelegenheit?"sagte Simon etwas erstaunt.
„Viel, sonst hätte ich die Frage nicht gethan," antworteteEachin im Tone des Hochmuthes, den er bisweilen annahm.
„Ein alter Mann wird leicht dazu gebracht, von altenZeiten zu reden," sagte Simon, der, nach kurzer Ueberlcgung,das Gespräch nicht ungern von seiner Tochter ablenkte; „undich muß daher gestehen, daß meine Gefühle sehr verschieden vondem hohen freudigen Vertrauen, ja dem Vergnügen waren,womit ich andere Männer zur Schlacht gehen sah. MeinLeben und Beruf waren friedlich, und wiewohl ich den Mutheines Mannes nicht entbehrte, wenn die Zeit es verlangte, soHab' ich doch selten schlechter geschlafen, als die Nacht vorjenem Treffen. Meine Gedanken waren gequält von den Ge-schichten, die uns (mit ziemlicher Wahrheit) von den sächsischenBogenschützen erzählt wurden; wie sie ellenlange Pfeile ab-schoffen und Bogen gebrauchten, ein Drittel länger als dieunfern. Als ich in einen unruhigen Schlaf gesunken war, sofuhr ich empor und erwachte, wenn nur ein Strohhalm desLagers meine Seite berührte, weil ich glaubte, cs führe mirein englischer Pfeil in den Leib. Am Morgen, als ich vorgroßer Müdigkeit wirklich einzuschlafen begann, ward ich durchden Swall der Gemeindeglocke erweckt, welche die Bürger zuden Mauern rief; — nie vorher oder nachher schien mir ihrKlang einer Todtenglocke so ähnlich."
„Fahrt fort, was geschah weiter?" fragte Eachin.
„Ich legte meinen Harnisch an," sagte Simon, „da esso sein mußte — empfing den Segen meiner Mutter, einerhochherzigen Frau, die von der guten Stadt sprach. Dies