Druckschrift 
15 (1851) Das schöne Mädchen von Perth
Entstehung
Seite
13
Einzelbild herunterladen
 

13

Fünfundzwanzig st es Kapitel.

Dir echten Liebe Pfad ist selten sanft.

Shakespeare.

Die ahnungsvolle Besorgniß unserS Waffenschmieds hatteihn nicht getäuscht. Als der gute Handschuhmacher von sei-nem künftigen Schwiegersöhne schied, nachdem der Kampf desGottesgerichts entschieden war, fand er, was er allerdingserwartet hatte, daß seine schöne Tochter nicht günstig für ihrenLiebhaber gestimmt war. Aber obwohl er einsah, daß Katha-rina kalt, zurückhaltend, gesammelt war, den Anschein irrischerLeidenschaft abgelegt hatte, und mit einer wenn auch nichtoffen gezeigten Verachtung der glänzendsten Beschreibunglauschte, die er ihr von dem Kampfe auf dem Kürschnerhofemachte, so war er doch entschlossen, ihrem veränderten Be-nehmen nicht die geringste Aufmerksamkeit zu schenken, son-dern von ihrer Verbindung mit Harrp als von einer Sachezu sprechen, die natürlich stattfinden würde. Endlich, als sie,wie bei einer früher» Gelegenheit, zu bemerken begann, daßihre Neigung zu dem Waffenschmied nicht über die Grenzender Freundschaft gehe, daß fie entschlossen sei, nie zu hei-rathen, daß das angebliche Gottesgericht eine Verspottungdes göttlichen Willens und menschlicher Gesetze sei, wurdeder Handschuhmacher natürlicher Weise zornig.

Ich kann Deine Gedanken nicht lesen, Mädchen; auchglaub' ich nicht, crrathen zu können, durch welche schnöde Be-thörung es kam, daß Du einen erklärten Liebhaber küssest,Dich von ihm küssen läßt, zu seinem Hause rennst, wenn