188
loren hat, wie ein elender Handwerker um den einzigen schätz-baren Thcil seines Leibes gekommen ist, er häuft beleidigendeReden auf mich, wenn irgend Etwas, das er sagen kann, imStande ist, einen so festen Geist, wie den meinigen, zu er-hitzen. Aber während er mich einen Schurken, Elenden undSklaven nennt, handelt er so klug, als wollte er sich damitrrlustigen, mir Haare aus dem Kopfe zu ziehen, währendmeine Hand seine Herzfascrn festhält. Jede Beleidigung kannich augenblicklich mit Körperfchmerz oder Seelenqual bezahlen— und — hi, -i! — ich häufe keine langen Rechnungen beiseiner Herrlichkeit, das muß ich gestehen."
Während der Mediciner so seinen teuflischen Gedanken nach-hing und in seiner kriechenden Manier die Straße entlang wan-delte, hörte er hinter sich ein Geschrei weiblicher Stimmen.
„Ach, dort ist er, unsere Frau sei gelobt! — Da ist derhilfreichste Mann in Pertb!" sagte eine Stimme.
„Sie mögen von Rittern und Königen sprechen, wegender Sühne, wie fie's nennen — aber mir bringt den würdi-gen Meister Dwining, den Apotheker, Gevatterin," erwiderteeine andere.
Im nämlichen Augenblicke war der Arzt umringt und vonden Rednerinnen, ehrsamen Frauen der guten Stadt Perth,angehalten.
„Wie — was gibt es?" sagte Dwining; „wessen Kuh hatgekalbt?«
„ES ist nicht von Kalben die Rede," sagte eine derFrauen, „sondern von einem armen, vaterlosen, sterbendenKinde; so kommt mit uns fort, denn unser Vertrauen stehtauf Euch, wie Bruce zu Donald von den Inseln sagte."
„Opikerqus per orbem äicor," sagte Henbane Dwining.„Woran will das Kind sterben?"