nennt, eine Untersuchung des Thatbestandcs aufsctzen sollte.Die Menge fügte sich diesem Verzug mit einer Geduld undOrdnung, welche den Nationalcharakter eines Volkes stark be-zeichnete, dessen Zorn immer um so gefährlicher war, da eö,ohne von seinen Racheplänen abzugehen, jede Weitläufigkeit,die zu ihrer sichern Ausführung nöihi'g ist, mit vollkommenerRuhe erträgt. Man empfing daher die Obrigkeit mit lautemFreudcngeschrei, unter welchem sich aber dennoch die Rachelustäußerte, und zugleich mit ehrerbietiger Unterwürfigkeit gegendie Beschützer, durch deren Hilfe fie ihren Zweck auf gesetz-lichem und rechtlichem Wege zu erreichen versichert waren.
Während diese Laute des Willkommens. noch unter derMenge ertönten, die nun die sämmtlichen angrenzenden Stra-ßen erfüllte, und während man tausend verschiedene Gerüchteempfing und weitertrug, ließen die Väter der Stadt den Leich-nam aufhebcn und genauer untersuchen; da erkannte man so-fort und verkündigte alsbald die Wahrheit, daß cs nicht derLeichnam des so allgemein und wegen der damals achtungs-werthesten Eigenschaften mit vollem Recht geliebten Waffen-schmieds, Harrp's vom Wpnd, sondern der eines weit geringergeachteten Mannes sei, obwohl er nicht ohne Verdienst in derGesellschaft war, des lustigen Strumpfwirkers Oliver Proud-fute. Der Zorn des Volkes war so sehr auf den Gedankenzusammengedrängt, sein tapferer, unerschrockener Vertheidiger,Harry Gow, sei das Opfer, daß die Widerlegung dieses Ge-rüchts hinreichte, seine Wut- zu stillen, während wahrschein-lich, hätte man den armen Oliver gleich im ersten Augenblickerkannt, aus jedem Mund der Racheruf erschollen wäre, wieum Harry vom Wynd. Die Verkündigung dieser unerwartetenNeuigkeit erweckte sogar anfangs ein Gelächter im Volke, sonahe grenzt das Komische mit dem Schrecklichen zusammen.