79
„Du raisonnirest, Sclave?" antwortete eine der Masken;„soll ich Dir -eigen, daß D» ein Gefangner bist, indem ichDir zugleich die Bastonade gebe?"
„Ganz und gar nicht, Gewaltiger aus Indien," sagte derStrumpfwirker; „wahrlich, ich stehe Euch durchaus zu Befehl."
„So komm," sagten Jene, die ihn gefangen hatten, „kommund huldige dem Kaiser der Gaukler, dem König der Sprin-ger und dem Großhcrzog der finstern Stunden, und erkläre,mit welchem Rechte Du so anmaßend warst, zu fingen undzu tanzen und Schuhleder in seinen Bereich zu tragen, ohneihm Tribut zu geben. Weißt du nicht, daß du die Strafedes Hochverraths verwirkt hast?"
„Das wäre hart, dünkt mich," sagte der arme Olivier,„da ich nicht wußte, daß Se. Majestät diesen Abend die Herr-schaft übte. Aber ich will gern das Vergehen büßen, wenn dieBörse eines armen Strumpfwirkers es vermag, einige KannenWein oder so etwas als Strafe zu entrichten."
„Bringt ihn vor den Kaiser!" schrie man allgemein; undder Mohreniänzer ward vor die schmächtige, aber hübsche undleichte Gestalt eines jungen Mannes gestellt, welcher prächtigeKleider, Gürtel und eine Tiara von Pfauenfedern trug, die mandamals als große Seltenheit aus Indien brachte. Eine kurzeJacke schloß sich unter der Brust über einem Leopardenfell;im Nebligen war er mit fleischfarbener Seide bedeckt und saheinem indischen Fürsten ganz ähnlich; er trug Sandalen, diemit scharlachrothe» Seidenbändern befestigt waren, und eine ArtFächer, wie die Damen damals brauchten, ebenfalls aus Pfauen-federn bestehend, die in einem Büschel zusammeustanden-
„Was für einen Patron haben wir da," fragte der indischeHäuptling, „der es wagt, die Mohrcnglocken an die Knöcheleines dummen Esels zu binden? — Hört Ihr, Freund, Euer