53
kenntniß, Freund; und ich weiß, daß ein Mensch wie Du nichtumsonst Worte fallen laßt oder sich in das gefährliche Ver-trauen von Männern wie ich drängt, es sei denn, daß er sel-ber einen Vortheil dabei im Auge hat. Was liegt Dir andem Wege, sei er blutig oder friedlich, den ich unter diesenUmständen verfolgen mag?"
„Um offen zu reden, edler Ritter, obwohl ich das seltenzu thun pflege," antwortete der Arzt, „mein Weg der Racheist mit dem Eurigen ein und derselbe."
„Mit dem mcinigen, Mensch?" sagte Namorny mit demAusdrucke verächtlichen Staunens. „Ich dachte, der läge hochüber Deine Region. Du suchst dieselbe Rache mit Ramorny?"
„Za, allerdings," erwiderte Dwining; „denn der grobeSchmied, unter dessen Hiebe Ihr gelitten habt, hat mir oftmit Trotz und Beleidigung begegnet. Er hat mich im Rathegehindert und bei der Ausführung verachtet. Seine rohe undvorschnelle Einfalt ist ein lebendiger Vorwurf für die Fein-heit meiner natürlichen Sinnesart. Ich fürchte ihn und ichHaffe ihn."
„Und Ihr hofft einen thätigen Helfer an mir zu finden?"sagte Ramorny in demselben Tone der Geringschätzung wievorher; „aber wißt, der Handwerker steht viel zu tief, um derGegenstand meines Hasses oder meiner Furcht zu sein. Erwird jedoch nicht frei ausgeben. Wir Haffen den Wurm nicht,der uns gestochen hat, wenn wir ihn gleich abschüttcln undzertreten könnten. Ich kenne den Schuft längst; er verstehtdie Waffen zu führen und ist einer der Freier dieser verächt-lichen Puppe, wie ich hörte, deren Reize uns zu der weisenund hoffnungsvollen Unternehmung verlockten. Teufel, die ihrdiese Unterwelt regiert, aus welch übertriebener Bosheit habtihr beschlossen, daß die Hand, die die Lanze gegen das Herz