stirbt; und geh Du aus meinen Augm und bereue die ver-brecherischen Gedanken, die Dich vor mir mit einer Unwahr-heit im Munde stehen ließen. — O, schäme Dich, David!schäme Dich! als ein Sohn hast Du Deinen Vater belogen,als ein Ritter das Haupt Deines Ordens."
Der Prinz stand schweigend, vom Gewissen getroffen undseines Unrechts bewußt. Dann ließ er den ehrenhaften Ge-fühlen, die ihm im Grunde wirklich eigen, ihren Lauf undwarf sich zu des Vaters Füßen.
„Der lügenhafte Ritter," sagte er, „verdient Degradation,der treulose Unterthan den Tod; aber ach! laßt den Sohnvom Vater Verzeihung für den Diener erbitten, der ihn nichtzum Vergehen führte, sondern der sich widerstrebend auf desHerren Befehl selbst hinein stürzte! Laßt mich die Last meinereignen Thorheit tragen, aber schont diejenigen, die mehrmeine Werkzeuge als meine Genossen waren. Erinnert Euch,Ramornp ward von meiner frommen Mutter in meinenDienst gebracht."
„Nenne sie nicht, David, ich verbiet' cs Dir!" sagte derKönig; „sie ist glücklich, daß sie das Kind ihrer Liebe nimmerdoppelt entehrt, durch Verbrechen und Lüge, vor sich stehen sah."
„Ich bin in der That unwürdig, ste zu nennen," sagteder Prinz; „und doch, mein theurer Vater, muß ich in ihremNamen um Ramorny's Leben bitten."
„Wenn ich meinen Rath bieten dürste," sagte der Herzogvon Albanp, welcher sah, daß bald eine Versöhnung zwischenVater und Sohn stattfindeu würde, „so möcht' ich rathen, daßRamornp aus des Prinzen Hofstaat und Dienst entlassenwürde und zwar mit einer solchen Strafe, als seine Unklug-heit verdienen dürfte. Mit seiner Ungnade wird das Volkzufrieden sein und die Sache wird sich leicht beilegen oder