„Sagt vielmehr, die Wölfe werden sich mehren, wie sichdie Menschen vermindern," erwicdcrte der König.
„Nun meinetwegen," sagte DouglaS; „besser wilde Wölfe,als wilde Räuber. Unterhaltet starke Truppen längs derEariseben Grenze, um das ruhige von dem unruhigen Landezu trennen. Beschränkt das Feuer des Bürgerkriegs ans dieHochlande; laßt seine unbezähmte Wuth sich austoben und eSwird bald aus Mangel an Material auöbrennen. Die Ueber-lebenden werden gedemüthigt sein und einem Flüstern EurerMajestät mehr gehorchen, als ihre Väter oder die jetzt leben-den Schurken Euren strengsten Befehlen."
„Das ist weiser, aber kein frommer Rath," sagte derPrior, sein Haupt schüttelnd; „ich kann's nicht auf mein Ge-wissen nehmen, ihn anzuempfehlen. Es ist Weisheit, aber csist die Weisheit des Achitophel, schlau zugleich und grausam."
„So sagt mir mein Herz," — sagte der König, seine Handauf die Brust legend; — „mein Herz sagt mir, daß an jenemfurchtbaren Tage die Frage an mich gerichtet werden wird:„Robert Stuart, wo sind die Untcrtbanen, die ich Dir gab?"Es sagt mir, daß ich für Alle verantwortlich bin, Sachsen undEälen, Riederland, Hochland und Grcnzland; daß man michnicht blos um die fragen wird, die Güter und Kenntnisse be-sitzen, sondern auch um die, welche stahlen, weil sie arm, undsich empörten, weil sie unwissend waren."
„Eure Majestät spricht wie ein christlicher König," sagteder Prior. „Aber Ihr führt das Schwert so gut wie dasSccpter und dies gegenwärtige Uebel ist von einer Art, daßes das Schwert heilen muß."
„Hört, Mylords." sagte der Prinz, aufblickend, als hätteer plötzlich einen glücklichen Gedanken, — „Gesetzt, wir gebendiesen wilden Bergbewohner» einen Unterricht in der Chevalerie?