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15 (1851) Das schöne Mädchen von Perth
Entstehung
Seite
172
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fehle gehorcht, die ängstliche Vorsicht, die diesen veranlaßte,durchschaute, womit der Monarch einen Streit zwischen ihmund Albanp abzuwenden suchte. Die Weise, welche auf einerLaute gespielt wurde, war anfangs fröhlich und heiter, miteinem Anflug der lebendigen Art der Troubadours. Allmä-lig aber wurden die Töne des Instruments und die weib-liche Stimme, die sie begleiteten, klagend uno gedehnt, alsdämpfte sie das schmerzliche Gefühl der Sängerin.

Der beleidigte Graf, welcher Art auch seine vom Königgerühmte Kennerschaft in solchen Dingen sein mochte, zollte,wie sich denken läßt, der Musik der Sängerin wenig'Aufmerk-samkeit. Sein stolzes Herz kämpftezwischen der seinem Souverainschuldigen Treue, so wie der Liebe, die noch in seinem Busenfür den gutmüthigen König lebte, und dem Verlangen nachRache, welches sein getäuschter Ehrgeiz und die Schmach er-weckte, die ihm wiederfuhr, als Marjory Douglas statt seinerverlobten Tochter die Braut des muthmaßlichcn Thronerbenwurde. March hatte die Fehler und Tugenden der unent-schlossenen Charaktere, und selbst wenn er sich vom König inder Absicht beurlaubt hätte, die ihm geschworene Treue zu bre-chen, hätte er, auf seinen Gütern angelangt, über ein so straf-bares, so gefahrvolles Unternehmen nicht mit sich ins Reinekommen können. Solche gefährliche Gedanken beschäftigten ihn,während das Lied der Sängerin begonnen hatte; aber Gegen-stände, die seine Aufmerksamkeit mächtiger fesselten, währenddie Sängerin fortfuhr, nahmen den Gang seiner Gedanken ein,und richteten sie auf das, was im Klosterhofe vorging. DerGesang war in provenealischem Dialekt, wohlverstanden beiallen europäischen, und besonders dem schottischen Hofe, alsSprache der Dichtkunst. Das Lied war indeß einfacher, alsgewöhnlich bei ben Troubadours, und glich mehr der Weise