Novelle, oder, wenn Sie wollen, zu einem Drama ver-arbeiten ?"
„Schlechtere — das heißt weniger interessante — Periodender Geschichte hat man schon zur Unterhaltung der friedlichenZeiten, welche darauf folgten, ausgewählt. Aber, meine Ver-ehrte, die Ereignisse aus Marias Tagen sind zu wohl bekannt,als daß sie für romantische Dichtung tauglich wären. Waskönnte ein besserer Schriftsteller, als ich bin, der geschmackvollenund kräftigen Erzählung eines Robertson noch beifügen? Alsolebt wohl, ihr Gesichte — ich erwache, wie John Bunian, „undbetrachte Alles als einen Traum." — Nun, gut genug, daßich ohne Hüftweh erwache, das höchst wahrscheinlich eine Folgemeines Schlafs gewesen wäre, hätte ich das Bett der Köni-gin Maria entweiht und als mechanisches Hilfsmittel gebraucht,um eine schlaffe Phantasie aufzurütteln."
„Damit ist es nicht abgemacht, Bester," antwortete Mrs.Baliol; „Sie müssen all' diese Bedenklichkeiten beseitigen, wennSie die Rolle eines romantischen Geschichtschreibers, die Sieübernommen haben, mit Glück spielen wollen. Was hat derklassische Robertson mit Ihnen zu thun? Das Licht, Vas erverbreitete, war das einer Lampe, um die dunklen Ereignisseder Vorzeit aufzuklären; das Ihrige ist eine Zauberlaterne,um Wunder zu schaffen, die nie wirklich da waren. Ein Leservon Verstand wundert sich nicht über Ihre historischen Unge-nauigkeiten; eben so wenig, als er sich wundert, wenn erKasperle im Puppentheater auf demselben Throne mit KönigSalomo in seiner Glorie sitzen sieht, oder ihn während derLündfluth dem Erzvater zurufen hört: „Gewaltig nebligesWetter, Herr Noah.""
„Mißverstehen Sie mich nicht, verehrte Dame," sagt' ich;„ich kenne zur Gnüge meine Freiheiten als Romanschrciber.