ger an meines Vetters Wilfreds Handschuh ist ihr lieber, alsmeine ganze Person. Sie mag's selbst sagen, hier steht sie.Nun, brauchst nicht roth zu werden, liebliche Base, es istnichts Böses, einen feinen Ritter zu lieben und ihn einemrauhen Freisassen vorzuziehen. Lache auch nicht, Rowena,denn Grabeskleider und ein mageres Gesicht sind wahrlichkeine Veranlassung zum Lachen — willst Du aber durchauslachen — so will ich ein besser Spiel dafür ausfindig machen.Gib mir Deine Hand, oder leihe mir sie vielmehr, denn ich bittenur als Freund darum. Hier, Vetter Wilfred von Jvanhoe, zuDeiner Gunst entsage ich ihr und schwöre sie ab. — Ja, beimheiligen Dunstan, unser Vetter Jvanhoe ist ja verschwunden.Und doch, wenn meine Augen nicht von dem Fasten ganz schwachgeworden sind, so habe ich ihn noch eben jetzt hier gesehen."
Alle sahen sich nach Jvanhoe um, allein er war wirklichverschwunden. Endlich erfuhr man, daß ein Jude nach ihmgefragt habe, und daß er, nach einer kurzen Unterredung mitdemselben, Gurth und seine Rüstung verlangt und daraufdas Schloß verlassen habe.
„Schöne Base," sagte Athelstane zu Rowena, „könnte ichglauben, daß dieses plötzliche Verschwinden Jvanhoe's durchandere als die wichtigsten Ursachen veranlaßt worden sei, sodürfte ich wohl mein Wort zurücknehmen."
Allein er hatte nicht sobald ihre Hand losgelassen, alsRowena, welche sich in großer Verlegenheit befand, die ersteGelegenheit wahrnahm, aus dem Zimmer zu entkommen.
„In der That," sagte Athelstane, „die Weiber sind dochdie unzuverlässigsten unter allen Geschöpfen, Mönche undAcbte ausgenommen. Ich will ein Ungläubiger sein, wennich nicht Dank erwartete und vielleicht einen Kuß noch oben-drein. Diese verdammten Todtenkleider sind ganz gewiß be-