und wird durch sechs ungeheure Strebepfeiler äußerlich unter-stützt, welche von dem Zirkel heraustreten und gegen dieSeiten des Thnrmes aufstreben, gleich als sollten sie ihmgrößere Festigkeit geben. Diese Strebepfeiler sind nach obenzu ausgehöhlt, und enden sich in einer Art von Thürmchen,die mit dem Innern des Hauptgebäudes selbst in Verbindungstehen. Der Anblick dieses ungeheuren Gebäudes, nebst seinenseltsamen Nebengebäuden, ist für den Liebhaber des Malerischeneben so interessant, als cs das Innere des Schlosses für den Al-terthumöforscher ist, dessen Phantasie bis zu den Zeiten der Hep-tarchie zurückgeführt wird. Ein Schuppen in der Nähe desSchlosses wird für das Grab des berühmten Hengist ausgegeben;auch zeigt man auf dem benachbarten Kirchhofe verschiedeneDenkmale von hohem Alterthum und großer Seltenheit.
Als Richard Löwenherz und sein Gefolge sich diesemrauhen aber stattlichen Gebäude näherte, war es noch nicht,wie jetzt, mit äußern Festungswerken umgeben. Der sächsischeBaumeister hatte seine Kunst darin erschöpft, das Hauptge-bäude vertheidigungsfähig zu machen; es gab daher keine wei-tere Circumvallation, als eine rohe Barriere von Pailisaden.
Eine ungeheure schwarze Fahne, welche von dem Gipfel desThurmes wehte, kündigte an, daß man eben mit der Feier derBestattung des letztenEigenthümers beschäftigt sei; sie trug jedochkein Zeichen von des Verstorbenen Rang und Herkunft, denn dasWappenwesen war damals unter dem normännischenAdcl selbst et-was Neues, und den Sachsen völlig unbekannt. Allein über demTbore sah man noch eine andere Fahne, mit der rohen Figur einesweißen Pferdes, welches, als das bekannte Symbol von Hengistund seinen Kriegern, die Nation und den Rang des Verstorbe-nen andeutete.
Um das Schloß herum war Alles in geschäftiger, lebhafter