Achtes Kapitel.
— Hier werf ich hin mein Pfand,
Ul» es an Dir bis auf das AeußersteDes kriegerischen Wagens zu beweisen.
Richard der Zweite.
Selbst Lucas Beaumanoir wurde durch Rebecca's Beneh-men sehr gerührt. Ec war von Natur eigentlich weder eingrausamer noch sehr strenger Mann, allein ohne starke Leiden-schaften und mit einem hohen, wenn auch mißverstandenenBegriffe von Pflicht, hatte sein Gemüth allmählig durch dasasketische Leben, welches er führte, eine gewisse Härte ange-nommen, welche noch vermehrt wurde durch das hohe Amt,welches er bekleidete, und die vermeinte Notbwendigkeit denUnglauben zu unterjochen und die Ketzerei auszurotten, waser als seine dringendste Pflicht betrachtete. Seine SesichtS-züge verloren sehr von ihrer gewöhnlichen Strenge, als erdas schöne Wesen anblickte, welches ganz allein, ohne Freunde,sich mit so viel Verstand und Muth vertheidigte. Er bekreuztesich zweimal, da er nicht recht mußte, wem er die ungewohnteBesänftigung eines Herzens zuschreiben solle, welches bei sol-chen Gelegenheiten dem Stahl an Härte zu gleichen schien.Endlich sprach er:
„Mädchen, wenn das Mitleid, welches ich für Dich fühle,aus dem Einflüsse Deiner bösen Künste auf mein Herz ent-springt, so ist Deine Schuld sehr groß. Doch ich schreibe es