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„Ist es mir erlaubt zu antworten?" fragte der Präceptorim Tone der tiefsten Demuth, obgleich er sich durch dieseFrage nur einen Augenblick Zeit verschaffen wollte, seine Ge-danken zu sammeln.
„Sprich, es ist Dir erlaubt!" sagte der Großmeister —„sprich, sage ich, kennst Du das Grundgesetz unserer -eiligenRegel: De eommllitonibus templi in «sucta civitste, yui cummi8errimis mulieribus vei santur, propter obleotstionem csrni8!"
„Gewiß, ehrwürdigster Vater," antwortete der Präceptor,„ich bin nicht zu diesem Amte im Orden gelangt, ohne mitden wichtigsten Verboten desselben bekannt zu sein."
„Wie kommt es denn, frage ich Dich nochmals, daß Dueinem Bruder erlaubt hast, sein Liebchen, welche noch dazueine jüdische Zauberin ist, an diesen heiligen Ort zu bringen,und ihn dadurch zu entweihen?"
„Eine jüdische Zauberin!" wiederholte Albert Malvoisin;„alle guten Engel schützen uns!"
„Ja, Bruder, eine jüdische Zauberin," sagte der Großmei-ster ernst. „Ich habe es gesagt. Wagst Du zu läugnen, daßdiese Rebecca, die Tochter jenes elenden Wucherers Jsaacvon Jork, und der Zögling der schändlichen Hexe Miriam,sich gegenwärtig — eine Schande zu denken oder auszuspre-chen! — in diesem Deinem Präccptorium befindet?"
„Eure Weisheit, ehrwürdiger Vater," antwortete der Prä-ceptor, „hat die Dunkelheit von meinem Verständniß hinweg-geräumt. Es wunderte mich auch gar sehr, daß ein so guterRitter, wie Brian de Bois-Guilbert, so in die Reize diesesWeibes vernarrt schien, welche ich nur in dieses HauS auf-nahm, um ihre zunehmende Vertraulichkeit zu hemmen, wo-durch sonst der Fall unserS tapfern und religiösen Brudershätte herbeigeführt werden können."