Feder bediene, möchte ich vierundzwanzig Stunden fasten,doch wo soll ich hier eine finden?"
„Wenn Eure heiligen Skrupel gestatten, Euch der Schreib-tafel des Juden zu bedienen, so will ich Euch die Feder ver-schaffen," sagte der Anführer. Hierauf spannte er seinen Bo-gen und zielte nach einer wilden Gans, die hoch über ihrenKöpfen flog, als die vorderste eines Phalanx ihres Geschlechts,welche ihren Weg nach den fernen und einsamen Sümpfenvon Hvlderneß richteten. Der Vogel kam, von dem Pfeildurchbohrt, flatternd herunter.
„Hier, Prior," sagte der Hauptmann, „sind Federspulengenug, um alle Mönche von Jorvaulx auf die nächsten hun-dert Jahre zu versehen, wenn sie sich nicht auf's Chroniken-schreiben legen."
Der Prior setzte sich nieder, und schrieb in gehöriger Mußeeinen Brief an Brian de Bvis-Guilbert, den er sorgfältig versie-gelte und dem Juden mit den Worten übergab: „Dies wirdDein Geleitsbrief sein zu dem Präceptorium zu Templestoweund, wie ich glaube, höchst wahrscheinlich die Befreiung DeinerTochter bewirken, wenn er mit Anerbietungen von Deiner Seitebegleitet ist; denn glaube mir, der gute Ritter Bois-Guilbertgehört der Brüderschaft an, die nichts für nichts thut."
„Nun gut, Prior," sagte der Geächtete, „ich will Dich nichtlänger aufhalten, als bis Du dem Juden eine Quittung überdie sechshundert Kronen gegeben hast, worauf Dein Lösegeldfestgesetzt ist — ich nehme ihn als meinen Zahlmeister an, undwenn ich höre, daß Ihr Ench weigert, ihm die Summe wie-der zu erstatten, die er für Euch gezahlt, so wahr mir die-eilige Jungfrau gnädig sein wolle, ich zünde Euch die Abteiüber dem Kopfe an, und sollte ich auch deßhalb zehn Jahrefrüher hängen müssen!"