Druckschrift 
14 (1851) Ivanhoe
Entstehung
Seite
44
Einzelbild herunterladen
 

44

„Nein, zum Henker, steh auf, Mann! Ich bin ein gebor-ner Engländer, und liebe solche orientalische Sitten nicht —knie vor Gott, und nicht vor einem armen Sünder, wie ich."

»Ja, Jude," sagte der Prior Aymer, „knie vor Gott, wie erdurch den Diener seines Altars repräscntirt wird, und wer weiß,welche Gunst Du für Dich und Deine Tochter Rebecca erlan-gen kannst, wenn Du aufrichtige Reue zeigst, und den AltardeS heiligen Robert reichlich bedenkst? Es thut mir Leid umdas Mädchen, denn sie hat ein schönes und liebliches Antlitz— ich sah sie in den Schranken zu Ashby. Brian de Bois-Guil-bcrt ist auch ein Mann, bei demjch viel vermag — bedenke Dich,wie Du verdienen willst, daß ich ein gutes Wort bei ihm einlege."

„Ach, ach!" sagte der Jude, „von asten Seiten wist manmich berauben — ich bin als Beute hingegeben dem Assyrer,und als Beute dem Aegypter!"

„Und was sollte sonst das Loos Deines verfluchten Ge-schlechts sein?" antwortete der Prior; „denn was sagt die hei-lige Schrift: verdum Domini profeeerunt, et s»I>i«i>tig est null»in eis — sie haben das Wort des Herrn verworfen, und keineWeisheit ist in ihnen; propteres clubo inulieres eorum exteris —ich wist ihre Weiber den Fremdlingen geben, das heißt im ge-genwärtigen Falle dem Templer; et tliessuros eorum Iisere-clibus slienis, und ihre Schätze fremden Erben — im gegen-wärtigen Faste diesen rechtschaffenen Herren "

Jsaac seufzte tief, begann die Hände zu ringen und wiederin seinen Zustand der Trostlosigkeit und Verzweiflung zu verfal-len. Doch dasOberhaupt derGeächteten führte ihn aufdieSeite.

„Bedenke Dich wohl, Jsaac," sagte Locksley, „was Du indieser Sache thun willst; mein Rath ist, diesen Geistlichen zumFreunde zu halten. Er ist eitel und habsüchtig; wenigstensbraucht er viel Geld zu seinem Aufwandc. Du kannst sein