„Jude," sagte der Hauptmann, „ist dies wahr? Hast DuDeinem Unglauben entsagt?"
„So wahr ich Gnade zu finden wünsche vor Euren Augen,"sagte der Jude, „ich weiß nicht ein Wort von alledem, wasdieser ehrwürdige Prälat in dieser furchtbaren Nacht zu mirgeredet. Ach! ich war so verwirrt von Qual, Furcht und Kum-mer, daß wenn unser Vater Abraham gekommen wäre, mir zupredigen, er nur einen tauben Zuhörer an mir gefunden hätte."
„Du lügst, Jude, und Du weißt, daß Du es thust," sagteder Mönch; „ich will Dich nur an ein Wort unserer Unter-redung erinnern — Du versprachst Alles, was Du besitzest,unserm heiligen Orden zu geben."
„So wahr mir die Verheißung helfe, edle Herren," sagteJsaac, noch unruhiger als zuvor, „ein solches Wort kam nieüber meine Lippen! Ach! ich bin ein alter bettelarmer Mannunv — und wie ich fürchte, ein kinderloser — habt MitleidMit mir, und laßt mich in Frieden ziehen!"
„Nein," sagte der Mönch, „wenn Du Gelübde zurücknimmst,die Du zu Gunst der Kirche gethan hast, so mußt Du Buße thun."
Hierauf erhob er seine Hellebarde und würde den Schaftderselben lustig auf des Juden Rücken haben tanzen lassen,hätte nicht der schwarze Ritter den Schlag aufgefangen, unddadurch den Zorn des heiligen Eremiten auf fich gezogen.
„Beim heiligen Thomas von Kent," sagte er, „ich willDich lehren, Herr Faullenzer, Dich nur um Deine eigenenAngelegenheiten zu kümmern, ungeachtet Deiner eisernen Kap-sel, worin Du steckst!"
„Nein, sei nicht böse auf mich," sagte der Ritter, „Duweißt, ich bin Dein gesrbworner Freund und Kamerad."
„Ich weiß nichts davon," antwortete der Mönch, „ichtrotze Dir, als einem Narren, der sich in Alles mischt!"