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sein konnten. Ein Seufzer entschlüpfte ihr, aber er war kaumhörbar, und die Fragen, die sie an den Ritter über seinen Gesund-heitszustand richtete, wurden mit dem Tone ruhiger Freundschaftausgesprochen. Jvanhoe antwortete darauf, daß er sich recht gutund besser befinde, als er erwartet hätte. „Dank, theure Rebecca,"setzte er hinzu, „Dank für Deine hülfreiche Geschicklichkeit."
„Er nennt mich theure Rebecca," sagte das Mädchen zusich selbst, „aber in dem kalten, liebeleeren Tone, der so übelzu dem Worte paßt. Sein Streitroß, sein Jagdhund sindihm theurcr als die verachtete Jüdin!"
„Ach!" fuhr Jvanhoe fort, „meine Seele, freundliches Mäd-chen, ist mehr von Angst gequält, als mein Körper von Schmerz.Aus denRedcn derLeute, welche so eben noch meine Wärter waren,hörte ich, daß ich gefangen bin, und wenn ich der rauhen Stimmetrauen darf, die sie zu einem militärischen Geschäfte abrief, so binich in dem Schlosse Front-de-Boeuf's. Ist dem so, wie wird dasenden, oder wie kann ich Rowena und ihren Vater beschützen?"
„Er nennt den Juden und die Jüdin nicht," sagte Rebeccazu sich selbst, „doch was können wir ihm auch sein? Und wiegerecht straft mich der Himmel, daß ich meine Gedanken beiihm verweilen ließ!" Nach dieser kurzen Selbstanklage gab sieJvanhoe die Auskunft, die sie geben konnte; allein sie be-schränkte sich doch nur darauf, daß der Templer Bois-Gnil-bert und Front-de-Boeuf die Befehlshaber innerhalb des Schlos-ses wären, und daß es von außen belagert werde, doch wisse sienicht von wem. Noch setzte sie Hinz», cs befinde sich auch ein christli-cher Priester im Schlosse, von dem sich vielleicht mehr erfahren lasse.
Jvanhoe bat sogleich Rebecca inständig, den Priester aufzu-suchen, und ihm denselben wo möglich zuzuführen. Allein wir ha-ben gesehen, wie sie an Cedric gerieth, und wie ihr Bemühen durchUrfried's Dazwischenkunft mißlang. Sie hatte nicht viel Muße
Jvanhoe II- II