Druckschrift 
14 (1851) Ivanhoe
Entstehung
Seite
31
Einzelbild herunterladen
 

Ohne eine Gegenvorstellung zu wagen, banden Gurth'SGefährten ihn mit einer Halfter, als dem ersten besten, wassich ihnen gerade darbot. Er unterwarf sich der Operationohne Widerrede, außer daß er einen Blick voll Vorwurfs aufseinen Herrn warf und dabei sagte:Das hat man davon,wenn man Euer Fleisch und Blut mehr liebt als sein eigenes!"

Zu Pferde und vorwärts!" sagte Cedric.

Es ist hohe Zeit," fuhr der edleAthelstane fort,denn wennwir nicht recht zureiten, so hat der würdige Abt Waltheoffseine Anstalten zu dem Nachabendeffen umsonst gemacht."

Die Reisenden beeilten sich indessen dergestalt, daß sie dasKloster St. Withold's noch erreichten, ehe das befürchteteUebel cintreten konnte. Der Abt, selbst von alter, sächsischerAbkunft, empfing die edlen Sachsen mit der fast verschwende-rischen Gastfreundschaft ihres Volkes, auch verließen dieseihren Wirth am andern Morgen nicht eher, als bis sie einreichliches Frühstück mit ihm eingenommen hatten.

Als der Zug den Klosterhof verließ, ereignete sich etwasfür die Sachsen Beunruhigendes, die unter allen Völkern Eu-ropas am meisten ans Vorbedeutungen hielten, und aus de-ren Vorstellungen gewiß Vieles von dem abzulciten ist, wassich in der Art unter unser» Volköantiquitäten findet. DieNormänncr hingegen, als ein gemischter Stamm und unter-richteter nach den Sitten der Zeit, hatten Vieles von denabergläubischen Vorurthcilen aufgcgeben, welche ihre Vorfah-ren aus Scandinavien mitbrachten, und waren stolz auf ihrefreiere Denkungsart in solchen Dingen.

Im gegenwärtigen Falle kam die Befürchtung eines be-vorstehenden Unglücks von keinem achtungswerthern Prophetenher, als von einem großen, schwarzen Hunde, der aufrechtfitzend furchtbar heulte, als die ersten Reiter den Hofraum