18
Mannes, zeugte mehr von dem Genuß von Braten und derglei-chen, als von Erbsen und trockenen Gemüsen. Dieser Wider-spruch entging auch dem Gaste nicht. Nachdem er nicht ohneBeschwerde den Mund voll getrockneter Erbsen zermalmt hatte,fand er cs durchaus nothwendig, seinen frommen Wirth auchum einige Feuchtigkeit zu ersuchen. Dieser setzte ihm sogleicheinen Krug mit dem reinsten Quellwaffer vor.
„Es ist aus der Quelle des heiligen Dunstan," sagte er,„worin er von einem Sonnenaufgang bis zum andern fünf-hundert heidnische Dänen und Briten getauft hat — gesegnetsei sein Name." So setzte er seine schwarzbehaarten Lippenan den Krug und nahm einen der Quantität nach viel mäßi-ger« Trunk, als seine Lobrede hätte erwarten lassen.
„Es scheint mir, ehrwürdiger Vater," sagte der Ritter, „daßdie schmalen Bissen, die Ihr genießt, sowie das heilige, jedoch et-was dünne Getränk bewundernswürdig angeschlagen haben. Ihrkommt mir eher vor, wie ein Mann, geschickter den Preis in einemRingspiele oder in einem Schwertkampfe zu erwerben, als EureZeit in dieser einsamen Wildniß zu verschleudern mit Mefselcsenund von getrockneten Erbsen und kaltem Wasser zu leben."
„Herr Ritter," sagte der Einsiedler, „Eure Gedanken sind,wie die eines unwissenden Laien, fleischlich. ES hat unserer liebenFrau und meinem Schutzheiligen gefallen, meine dürftige Kost zusegnen, ebenso wie die Hülsenfrüchte und das Wasser den Kin-dern Sadrach, Meshech und Abednego'L gesegnet wurden, weilsie es dem Weine und den köstlichen Gerichten vorzogen, dieihnen von dem Könige der Saracenen angeboten wurden."
„Heiliger Vater, an dessen Körper der Himmel solche Wun-der gewirkt hat," sagte der Ritter, „erlaubt einem sündhaf-ten Laien, Euch um Euren Namen zu bitten."
„Du magst mich," versetzte der Eremit, „den Geistlichen