„Weil's denn nicht anders sein kann," sagte Lockley, „sowill ich mein Glück versuchen, doch mit der Bedingung, daß,wenn ich zwei Pfeile noch über Hubert's Ziel geschossen habe,er verbunden sei, einen nach dem Ziele zu schießen, welches ichaufstecken werde,"
„Nun, das läßt sich hören," sagte der Prinz, „und cs sollDir gewährt sein! Besiegst Du den Prahlhans, Hubert, sofülle ich Dir das Jagdhorn mit Silberpfennigen!"
„Ein Mann thut, so viel er kann," versetzte Hubert, „meinAhnherr führte bei Hastings einen guten Bogen, und ich denkeseinem Andenken keine Schande zu machen."
Das vorige Ziel wurde nun weggcnommen und ein ande-res von derselben Größe an seine Stelle gesetzt. Hubert, derals Sieger in dem ersten Schießen das Recht des ersten Schus-ses hatte, nahm sein Ziel mit großer Ueberlegung, maß die Ent-fernung lange mit den Augen, und hielt den gespannten Bogenfest in der Hand, den Pfeil auf der Sehne. Endlich trat ervorwärts, zog die Sehne an, und der Pfeil schwirrte durchdie Luft; er traf in den innern Kreis der Scheibe, doch nichtgerade in den Mittelpunkt.
„Ihr habt nicht auf den Wind gerechnet, Hubert," sagtesein Gegner, indem er seinen Bogen spannte — „das hättesonst ein besserer Schuß werden müssen."
Ohne die mindeste Acngstlichkeit zu verrathen, trat nunLocksley an die bestimmte Stelle, und schoß den Pfeil mit ei-ner Schnelligkeit ab, welche kaum vermnthen ließ, daß er or-dentlich gezielt habe. Er sprach »och, während er schon dieBogensehne anzog, und doch traf er zwei Zoll näher an denweißen^Flcck, der den Mittelpunkt des Zieles machte, als Hu-bert getroffen hatte.
„Beim Lichte des Himmels!" sagte der Prinz zu Hubert,