147
„Uns ähnlich?" fragte Einer ans der Bande; „ich möchtedoch hören, wie das zugehen sollte."
„Wie? Du Narr," antwortete der Hauptmann, „ist ernicht arm und enterbt, wie wir? — Verdient er sich nichtseinen Unterhalt mit der Schärfe seines Schwertes, wie wir? —Hat er nicht den Front-de-Boeuf geschlagen, wie wir ihn wür-den geschlagen haben, wenn wir gekonnt hätten? Ist er nichtauf Tod und Leben der Feind des Brian de Bois-Guilbert,den wir so viel Ursache zu fürchten haben? Und wäre dasauch Alles nicht, wolltest Du denn ein schlechterer Kerl seinals ein Ungläubiger, ein Hebräer, ein Jude? Höre, Gesell,"fuhr er zu Gurth gewendet fort, „kannst Du den Knittel füh-ren? Du starrst ja fortwährend darauf hin."
„Ich dächte," sagte Gurth, „das müßtest Du am bestenwissen.«
„Du gabst mir einen tüchtigen Schlag, das ist wahr," sagteder Capitain, „nimm's mit dem hier auf, und Du sollst zoll-frei ausgchen. Willst Du nicht, nun, so muß ich mich, daDu ein so handfester Kerl bist, schon selbst entschließen, DeinLöscgeld zu bezahlen. — Nimm Deinen Knittel, Müller," setzteer hinzu, „und nimm Deinen Kopf in Acht. Ihr Andern laßtden Burschen gehen und gebt ihm einen Knittel — es ist hierhell genug, um dem Andern etwas aufzubürden."
Die beiden Kämpfer, mit Kampfstöcken bewaffnet, tratenhierauf in den Mittelpunkt des offenen Raumes, um das volleMondlicht zu benutzen. Die Räuber lachten unterdeß undriefen ihrem Kameraden zu: „Müller, nimm Deinen Zolltischin Acht!" — Müller aber faßte seinen Knittel in der Mittean und schwang ihn rund um den Kopf, ans die Art, welchedie Franzosen ksire le moulinet nennen, und rief stolz: „Komm
io«