„Zweihundert Zechinen."
„Nur zweihundert Zechinen!" sagte der Bandit; „DeinHerr ist sehr großmüthig mit den Besiegten verfahren. DasLösegeld ist wohlfeil. Nenne die, welche das Geld bezahlthaben."
Gurth that es.
„Die Rüstung und das Roß des Templers Brian de Bois-Guibert, wie viel ist dafür Lösegeld bezahlt worden? — Dusiehst, Du kannst mich nicht betrügen."
„Mein Herr," versetzte Gurth, „will von dem Templernichts nehmen, als sein Blut. Sie stehen in Ausforderungauf Leben und Tod, und können unter sich keine Höflichkeitwechseln."
„Recht!" sagte der Räuber und schwieg einen Augenblick.„Und was wolltest Du denn zu Ashby mit einem solchen Schatzein Deinem Gewahrsam anfangen?"
„Ich wollte Jsaac dem Juden von Jork den Preis füreine Rüstung bringen, die er meinem Herrn zu dem Turniereverschafft hat."
„Und wie viel mußtest Du Jsaac bezahlen? — Mich dünkt,nach dem Gewichte zu urtheilen, sind wohl immer noch zwei-hundert Zechinen in dem Beutel."
»Ich zahlte dem Jsaac achtzig Zechinen," sagte der Sachse,„und er hat mir dafür hundert zurückgegeben."
„Wie? Was?" riefen alle Räuber auf einmal, „Du willstuns mit solchen Lügen zum Besten haben?"
„Was ich Euch sage, cs ist so wahr als der Mond amHimmel steht," sagte Gurth. „Ihr werdet gerade diese Summein einem seidenen Beutel, von dem Uebrigcn gesondert, finden."
„Schlagt Licht än!" rief der Hauptmann; „ich muß dochden Beutel selbst untersuchen. Ein Jude und Geld heraus-
Jvanhoe. I. 10