nen — gewiß, ich würde mehr von Dir erlangen als einenHandkuß."
„Du bist nicht so sehr ein Narr, Wamba," antworteteGurth, „obgleich Du nach dem Augenschein urtheilst, und derWeiseste von uns kann nicht mehr thun. — Aber es ist Zeitnach meinen Schweinen zu scheu."
Mit diesen Worten wendete er sich um und ging von demNarren begleitet nach dem Hause zurück.
Mittlerweile setzten die Reisenden ihren Weg mit einerEile fort, die auf die große Furcht des Juden schließen ließ,da Leute seines Alters selten rasche Bewegung lieben. DerPilger, dem jeder Pfad und Ausgang des Waldes bekannt zusein schien, wählte die unwegsamsten Gegenden und erregtemehr als einmal wieder den Verdacht des Israeliten, daß er dieAbsicht habe, ihn zu einem Hinterhalt seiner Feinde zu führen.
Man hätte ihm in der That seinen Zweifel verzeihen können;denn mit Ausnahme des fliegende» Fisches, gab es kein Geschlechtauf der Erde, in der Luft, oder im Wasser, welches der Gegenstandso unausgesetzter, allgemeiner und unversöhnlicher Verfolgungwar, als die Juden jener Periode. Unter den geringsten und un-vernünftigsten Vorwänden, so wie bei den unsinnigsten und grund-losesten Anklagen war ihre Person und ihr Eigenthum der Wuthdes Volkes ausgescht; denn Normannen, Angelsachsen, Dänennnd Briten, so feindlich gesinnt auch diese Volksstämme gegenein-ander waren, wetteiferten, wer ein Volk mit der größten Verach-tung behandeln könne, dessen Schmähung, Erniedrigung, Plün-derung und Verfolgung man als eine Forderung des religiösenHaffes ansah. Die Könige des normännischen Geschlechts nnd dieunabhängigen Edlen, welche ihrem Beispiel in allen Handlungender Tyrannei folgten, wendeten gegen dieses auserwählte Volkeine regelmäßigere, eigennützigere und mehr berechnete Art der