Fünftes Kapitel.
Hat nicht ein Jude Augen? Hat nicht ein JudeHände, Sinne, Neigungen, Leidenschaften? Genährt vonderselben Speise, verletzt mit denselben Waffen, denselbenKrankheiten unterworfen, geheilt durch dieselben Mittel, ,
gewärmt und erkältet von demselben Winter und Som-mer, wie ein Christ?
Der Kaufmann von Venedig.
Oswald kehrte zurück und flüsterte seinem Herrn in's Ohr:
„Es ist ein Jude, der sich Jsaac von Jork nennt; ist es pas-send, daß ich ihn in die Halle führe?"
„Laß Gurth Dein Amt versehen, Oswald," sagte Wambamit seinem gewöhnlichen Vorwitz; „der Schweinehirt wird einpassender Führer für den Juden sein "
„Heilige Maria," sagte der Abt, sich bekreuzigend, „ein un-gläubiger Jude soll in diese Gesellschaft eingeführt werden!"
„Ein Hund von Jude," wiederholte der Templer, „soll sicheinem Vertheidiger des heiligen Grabes nähern?"
«Meiner Treu," sagte Wamba, „es scheint, die Templerlieben das Erbe der Juden mehr als ihre Gesellschaft."
„Still, meine würdigen Gäste," sagte Ccdric; „meine Gast-freundschaft darf sich nicht nach Eurem Mißfallen beschränken. ^
Wenn der Himmel mit der ganzen Nation der hartnäckigen »
Ungläubigen mehr Jahre, als ein Gelehrter zählen kann, Nach-sicht hatte, so können wir wohl die Gegenwart eines Judenauf wenige Stunden ertragen. Aber ich zwinge Keinen, mit
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