Zweites Kapitel.
Ein Mönch war da, geschickt zum Herrcnleben,Ein guter Reiter, der Jagdlust liebte;
» Er hatt' ein stattlich Ansehen wie ein Abt.
Manch munteres Pferd hart' er in seinem Stall,Und ritt er, konnte man den Zügel hören,
Der klingend hell im Winde sich bewegte,
So laur und klar wie die Kapeücnglocke,
Wo eine Zelle dieser Herr bewohnte.
Chaucer.
Ungeachtet der Ermahnung und des Scheltens seiner Ge-fährten, konnte Wamba, da der Hufschlag der Pferde sich im-mer mehr näherte, nicht verhindert werden, mehrmals, unterwelchem Vorwände es auch sein mochte, auf dem Wege still-znstehen, indem er bald eine Traube halbreifer Haselnüsse ab-riß und sich bald umwandtc, einem Dorfmädchcn nachzuglotzen,welches über ihren Weg ging- Daher holten die Reiter siebald auf der Straße ein.
Ihre Anzahl betrug zehn, von denen die beiden, welchevoran ritten, Personen von bedeutender Wichtigkeit, und dieAndern ihre Diener zu sein schienen. Es war nicht schwer,den Stand des Einen von diesen zu errathen- Er war offen-bar ein geistlicher Würdenträger; seine Kleidung war die einesCisterciensermönchs, sie bestand aber ans viel feineren Stoffen,als die Regel jenes Ordens gestattete. Mantel und Kapuze