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Lämmer, Wildpret und Geflügel waren in Schüsseln von Gold,Silber und Porzellan aufgetragen, und dazwischen stunden großeGefäße mit Sorbet, abgekühlt im Schnee und Eis aus den Höh-len des Libanon. Ein prächtiges Polsterlager war an dem einenEnde für den Herrn des Festes und seine vornehmsten Gäste zu-bereitet worden, und von allen Seiten der Decke, vorzüglich aberüber diesem Ehrenplatz, wehten mancherlei Banner und Fah-nen, die Trophäen gewonnener Scblachten und eroderier Reiche.Aber weit über alle hinaus ragte an einem langen Schaft einLeichentuch, das Banner des Todes, mit der bedeutenden In-schrift — „Saladin, der König der Könige — Saladin, derSieger der Sieger — Saladin muß sterben." Die Sclaven,die das Mahl beschickt hatten, stunden im Zelte mit gesenk-tem Kopfe und gekreuzten Armen, stumm und starr wie Gra-besbilder oder wie Automaten, die sich nur, wenn sie derKünstler berührt, in Bewegung setzen.
Der Sultan, der wie die Meisten vom Aberglauben seinerZeit angesteckt war, beschäftigte sich, während er die Ankunftseiner Gäste erwartete, mit einem Horoskop und einem daraufbezüglichen Schreiben, das ihm der Einsiedler von Engaddizugesandt hatte, als er das Lager verließ.
„Seltsame und dunkele Wissenschaft," sprach er zu sichselbst, „die, während sie den Vorhang von der Zukunft wegzu-ziehen verspricht, diejenigen mißleitet, welche sie zu leiten scheint,und diejenigen verblendet, welche sie zu erleuchten vorgibt! Werhätte nicht gesagt, daß ich jener höchst gefährliche Feind vonRichard sei, dessen Feindschaft durch eine Heirath mit seinerVerwandtin beendigt werde? Und nun ist es offenbar, daß dieVerbindung dieses tapferen Grafen mit dieserDameFreundschaftstiften wird zwischen Richard und Schottland, das ein gefähr-licherer Feind von Richard ist als ich, wie eine wilde Katze im