Geduld erlagen haben," sagte Thomas de Vaur, „und würdenicht den Tod eines Apostaten gestorben sein. Aber ich dankeEurer Majestät für den Willkomm, der um so großmüthigerist, da er ein Gastmahl mit Waffengeklirr verspricht, wobeiIhr, mit Erlaubniß, immer den größten Theil für Euch behal-tet. Jndeß hier habe ich Einen gebracht, dem Eure Majestäteinen noch wärmeren Willkomm sagen wird."
Die Person, die nun hcrvortrat, Richard ihre Ehrfurcht zubezeigen, war die eines jungen Mannes von kleinem Wuchsund unansehnlicher Gestalt. Seine Kleidung war so einfachals sein Gesicht anspruchslos war; aber er trug an seiner Mützeeine goldne Schnalle mit einem Edelstein, dessen Feuer nurvon dem Glanze des Auges, welches die Mütze beschattete, er-reicht werden konnte. Dies Auge war das einzige Hervorste-chende in seinem Gesicht; aber wenn der Betrachter es ein-mal bemerkt hatte, so machte cs immer wieder einen starkenEindruck. Um seinen Hals hing an einem himmelblauen, sei-denen Bande ein Schlüssel von gediegenem Gold, womit maneine Harfe stimmt.
Diese Person wollte vor Richard ehrerbietig niederknieen;aber der Monarch hob ihn mit freudiger Hast auf, drückte ihn-warm an seine Brust, und küßte ihn auf beide Wangen.
„Blonde! de Nesle!" rief er fröhlich aus — „willkommenvon Cpprus, mein Minstrclkönig! willkommen dem Königevon England, der seine eigene Würde nicht höher als deineachtet. Ich bin krank gewesen, Freund, und bei meiner Seel',ich glaube, weil ich dich nicht hatte, denn wär' ich auch halb-wegs schon zum Himmel, deine Töne fürwahr würden zurückmich rufen. — Was bringst du Neues, lieber Meister, aus demLande der Leier? — etwas von den Troubadours der Pro-vence? — etwas von den Minstrels der lustigen Normandie?