115
spazieren gegangen wäre, die Trefflichkeit seiner Rosse dem Schot-ten lang und breit zu rühmen, der athemlos, halb blind, halbtaub und obendrein schwindelig von der Schnelligkeit diesessonderbaren Rittes mit Mühe die Worte verstund, welche sei-nem Gefährten so ungezwungen entströmten.
„Diese Pferde," sagte er, „sind von der Zucht, welche mandie Beflügelten nennt, und weichen an Schnelligkeit nur demBorak des Propheten. Ihr Futter ist die goldne Gerste vonJemen, mit Gewürzen und ein wenig gedörrtem Schaffleischvermischt. Könige haben Provinzen gegeben, um sie zu erhalten,und ihr Alter ist frisch wie ihre Jugend. Du, Nazarener, bistder Erste, die wahren Gläubigen ausgenommen, der einen soedlen Renner unter sich hatte: denn sie sind ein Geschenk, dasder Prophet selbst dem gesegneten Ali, seinem Verwandten undStatthalter, dem mit Recht sogenannten Löwen Gottes, gemachthat. Die Zeit berührt diese edlen Thiere mit so sanfter Hand,daß die Stute, auf welcher du sitzest, fünf mal fünf Jahre hatvorübergehen sehen, und dennoch ihre ehemalige Kraft undSchnelligkeit besitzet, nur daß sie jetzt beim Laufe nöthig hat,von einer geübteren Hand als der deinigen gezügelt zu werden-Gelobet sei der Prophet, der den wahren Gläubigen die Mittelgewährt hat, vorwärts zu stürmen und zurück zu fliehen, wäh-rend die eisenbekleideten Feinde derselben durch ihr eigenes Ge-wicht niedergedrückt werden! Wie die Pferde jener Templer-hunde geschnaubt und geblasen haben mögen, wenn sie bis überdas Hufhaar in der Wüste einbrachen, um den zwanzigsten Theildes Weges zu machen, den diese trefflichen Thiere durchflogenhaben ohne Wallung des Bluts, ohne einen feuchten Tropfenauf ihrer glatten Sammethaut!"
Der schottische Ritter, der nun wieder zu Athem und Besin-nung gekommen war, mußte innerlich den Vortheil anerkennen,
8 "