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Liedern. Sieh, so lange dein Diener an deiner Seite ist,will er die Schätze seines Gedächtnisses hervorbringen, gleich-wie die Quelle den Strom neben den Weg hingießet, damitder Wanderer sich erfrische."
Nach dieser Vorrede erhob Hassan die Stimme, und be-gann eine Geschichte von Liebe und Zauberei, mit Kriegstha-tcn vermischt, und mit häufigen Anführungen aus den persi-schen Dichtern ausgeschmückt, mit deren Werken der Rednervertraut schien. Das Gefolge des Arztes, diejenigen ausge-nommen, welche zur Leitung der Kameele nothwendig waren,drängte sich um den Erzähler, und Alle kamen so nahe heran,als die Ehrfurcht gegen ihren Herrn es erlaubte, um sich einerBelustigung zu erfreuen, welche die Morgenländer jeder Zeitaus dieser Art von Genuß geschöpft haben-
Zu einer anderen Zeit würde sich Sir Kenneth, ungeachtetseiner unvollkommenen Kenntniß der Sprache, an dieser Erzäh-lung sehr vergnügt haben, die, obwohl sie von einer schwärme-rischeren Einbildungskraft erzeugt, und in einer schwülstigerenund bilderreicheren Sprache ausgedrückt war, dennoch eine großeÄhnlichkeit mit den Ritterromanen hatte, die damals in Europaso sehr im Gange waren. Aber in seiner dermaligen Lage be-achtete er es kaum, daß fast während zwei Stunden ein Mannin der Mitte der Reisegesellschaft in einem ticken Tone erzählteund sang, indem derselbe seine Stimme den verschiedenen Leiden-schaften, welche die Erzählung Hervorhub, anpaßte, und dafürbald ein beifälliges Murmeln, bald Zeichen der Verwunde-rung, bald Seufzer und Thränen und zuweilen, was vonsolchen Zuhörern am schwersten zu erhalten war, ein Lächelnund selbst lautes Lachen zum Lohn erhielt.
Während des Erzählens wurde die Aufmerksamkeit des Ver-bannten, wiewohl sie von dem eigenen, tiefen Schmerz cingenom-