sich für den Marsch mit militärischer Vorsicht. Zwei oder dreiReiter ritten an der Spitze zur Vorhut; ei» oder zwei blie-ben auf Bogenschußweite hinten zurück, und, wo es der Bo-den erlaubte, wurden andere nach beiden Seiten zur Wacheausgeschickt. So zogen sie fort, während Sir Kenneth, derauf das mondbeschienene Lager zurückschaute, sich nun erst rechtder Ehre und der Freiheit beraubt sah, je weiter er sich vonden glänzenden Bannern, unter denen er Ruhm zu gewinnengehofft hatte, und von den Zelten der Ritterschaft, der Chri-stenheit und Edith Plantagenet entfernte.
Der Hakim, der neben ihm ritt, sprach ihm in seiner ge-wöhnlichen, sprüchwörtlichen Weise Trost zu: „Es ist thöricht,nach hinten zu blicken, wenn die Reise vornen liegt;" undwährend er sprach, that das Pferd des Ritters einen so ge-fährlichen Fehltritt, daß es die Lehre mit einem thatsächlichenBeweis zu begleiten drohte.
Dieser Wink nöthigte den Ritter, größere Aufmerksamkeitder Leitung seines Pferdes zu schenken, das mehr als einmaldes Rückhaltes des Zügels bedurfte, obgleich nichts leichterund lebhafter sein konnte als der Paßgang, mit welchem dasThier (es war eine Stute) voran schritt.
„Die Eigenschaften dieses Pferdes," bemerkte der spruch-reiche Arzt, „gleichen den Eigenschaften menschlichen Glückes:angesehen, daß der Reiter bei dem leichten und freien Paß-gang gegen einen Sturz auf seiner Hut sein muß, und daßunsere Klugheit wachen und sich vor Unglück hüten muß, ge-rade wenn wir den Gipfel des Glucks erreicht haben."
Einen überladenen Magen ekelt selbst Honig an, und esist kaum ein Wunder, daß der von Unglück und Erniedrigungniedergebeugte Ritter gewissermaßen sich darüber ärgerte, seinElend jeden Augenblick zu Sprüchwörtcrn und Denksprüchen