Einundzwanzig st es Kapitel.
— — der dürre Mörder
Von seinem Wächter aufgeweckt, dem Wolf,
Dem heulenden, schleicht mit verstohl'nem Fuß,Mit TarquinS geiler Hast nach seinem ZielWie ein Gespenst.
Macbeth.
Eine Viertelstunde lang nach dem erzählten Auftritt odernoch länger herrschte vor dem königlichen Zelte vollkommeneRuhe. Der König las und sann noch am Eingang des Zeltes— weiter zurück und dem Eingang den Rücke» zukehrend, putzteder Nubier immer noch an dem großen Schild — auf hundertSchritte vor dem Zelt standen, saßen oder lagen im Gras diewachehabenden Krieger, die nun ihre Späße unter sich stilleforttrieben, während auf dem freien Platz zwischen ihnen unddem Zelt der Marabout ohne Bewußtsein und von einemBündel Lumpen kaum unterscheidbar am Boden lag.
Der Helle Widerschein, den der vollkommen geputzte Schildgab, gewährte dem Nubier einen Spiegel, worin er zu seinemSchrecken und Erstaunen bemerkte, daß der Marabout sachteden Kopf vom Boden erhob, als wolle er sehen, was um ihnherum vorginge, und sich mit einer Vorsicht und Behutsamkeitbewegte, die mit seiner Betrunkenheit ganz unvereinbar wa-ren. Flugs legte er den Kopf, wieder nieder, und, als wenner mit seinen Beobachtungen zufrieden wäre, begann er, sichmit so wenig Anschein von Absicht, als möglich war, und