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men hatte. Richard, wenn ich wüßte, daß ich durch das Auf-heben des blutigen Schleiers von dem schrecklichen Schicksalemeines Lebens dein stolzes Herz der Kirche unterwürfig ma-chen könnte; dann könnte ich dir eine Geschichte erzählen, de-ren Verheimlichung bisher an meinem innersten Leben genagthat. Höre denn Richard, und möchte der Kummer und dieVerzweiflung, welche mir, dem schlechten Ueberbleibscl voneinem gewesenen Manne, nichts nützen, eine eindringlicheWarnung sein für ein so edles, aber so unbändiges Wesen,wie du bist! Ja, ich will sie öffnen die lang verborgenen Wun-den , müßten sie sich auch hier vor deinen Augen verbluten."
König Richard, auf welchen die Geschichte Alberichs vonMortemar in jungen Jahren, wenn die Minstrels die Halleseines Vaters mit Legenden aus dem heiligen Lande ergötzten,einen tiefen Eindruck gemacht hatte, hörte mit Aufmerksam-keit den Umriß einer Erzählung an, welche trotz seiner Dun-kelheit und Unvollständigkeit die Ursache des abwechselndenWahnsinns dieses sonderbaren und höchst elenden Geschöpfesgenügsam erklärte.
„Ich brauche dir nicht zu sagen," sagte er, „daß ich edelvon Geburt, hoch an Glück, stark in den Waffen» weise imRathe war. Ich war alles dies: aber während die edelstenDamen in Palästina sich darüber stritten, Kränze für meinenHelm zu winden, war meine Liebe fest und innig einem Mäd-chen von geringer Geburt zugekehrt. Der Vater des Mäd-chens, ein alter Krieger des Kreuzes, sah unsere Leidenschaft,und da er den Unterschied unseres Standes betrachtete, sowußte er keine andere Zuflucht für die Ehre seiner Tochter zufinden, als den Schatten eines Klosters. Ich kam von einementfernten Feldzug zurück, mit Beute und Ruhm beladen, ummein Glück auf immer zerstört anzutreffen! Auch ich suchte