an's Ende seine Qual in der Gegenwart seines Herren zu ver-gessen schien, und das fortfuhr, zu wedeln und die Hand seinesHerrn zu lecken, während cs durch ein tiefes Winseln zu erken-nen gab, daß seine Todesqual vermehrt'werdc durch den Versuch,welchen Sir Kenncth machte, das Lanzcnstück oder Wurfgeschoß,wodurch es verwundet worden war, aus dem Fleische herauszu-ziehcn, und das seine schwachen Liebkosungen jetzt verdoppelte,als wenn es fürchtete, seinen Herrn beleidigt zu haben durchdie Klage über Schmerzen, die seine Hand verursacht habe. Eswar etwas in dem AuSdruckdcs treuen, sterbenden Hundes, wassich als ein herber Zusatz zu den bitteren und trostlosen Empfin-dungen gesellte, welche Sir Kenneth'S Inneres beschwerten.Sein einziger Freund schien ihm entrissen zu werden, grade alser die Verachtung und die Feindschaft seiner ganzen Umgebungauf sich gezogen hatte. Des Ritters Festigkeit gab einem Aus-bruch der Verzweiflung Raum, und er stöhnte und weinte laut.
Während er sich so seinem Schmerz überließ, sprach einelaute und ernste Stimme dicht bei ihm folgende Worte mit demtönenden Nachdruck der Vorleser in der Moschee und in der lin-gus tränen, die von Christen und Saracenen verstanden ward:
„Unglück gleicht dem Anfang und Ende der Regenzeit, —kalt, beunruhigend, unfreundlich für Mensch und Thier; dochverdanken dieser Jahreszeit ihren Ursprung die Blume unddie Frucht, die Dattel, die Rose und der Granatapfel."
Sir Kenncth vom Leoparden kehrte sich gegen den Sprecher,und erkannte den arabischen Arzt, welcher sich unbemerkt genahtund sich ein wenig hinter ihm mit kreuzweis gelegten Beinenniedergesetzt halte, und nun feierlich, obwohl nicht ohne einenAnsdruck von Theilnahme die Trostspruche hersagte, womit ihnder Koran und die Ausleger desselben versahen: denn im Mor-genlande glaubt man, daß Weisheit nicht sowohl in dcrThätig-