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„Bei meiner Treu'," sagte der Ritter, „ich habe gewisser-maßen gefehlt — ich war ein wenig langsam, dir augenblickli-chen Beistand zu leisten; aber die Sonderbarkeit des Angrei-fers, die Raschheit des Vorfalls — es war, als ob dein tolles,schlechtes Lied den Teufel zwischen uns gerufen hatte — undmeine Bestürzung war so groß, daß zwei oder drei Minutenvergingen, ehe ich meine Waffe zu fassen vermochte."
„Du bist ein kalter, bedachtsamer Freund," sagte der Sa-racen; „und, wäre der Hamako um ein weniges wüthendergewesen, dein Gefährte wäre zu deiner ewigen Schande andeiner Seite erschlagen worden, ohne daß du einen Finger zuseinem Beistand gerührt hättest, obgleich du dabei wärest be-ritten und bewaffnet."
„Auf mein Wort, Saracen," sagte der Christ, „wenn dudie reine Wahrheit hören willst, ich hielt diese seltsame Ge-stalt für den Teufel; und da er aus deiner Bewandtschaft ist,so wußte ich nicht, ob Ihr Euch nicht irgend ein Familien-geheimniß mittheiltet, als Ihr Euch so freundschaftlich auf demSand herumwälztet."
„Dein Spott ist keine Antwort, Bruder Kenneth," sagteder Saracen; „denn merk' es dir, wäre mein Angreifer wirk-lich der Fürst der Finsterniß selbst gewesen, du würdest nichtsdesto weniger verbunden gewesen sein, ihn zum Vortheil dei-nes Gefährten zu bekämpfen. Wisse ferner, daß Alles, wasder Hamako Widriges oder Teuflisches an sich haben mag,mehr deine Verwandtschaft anlangt, als die meinige: denndieser Hamako ist in der That der Einsiedler, den zu besuchendu hierher gekommen bist."
„Dieser!" sagte Sir Kenneth, die athletische, doch abgezehrteGestalt vor seinen Augen betrachtend — „dieser! — du scherzest,Saracen — das kann der ehrwürdige Theodorich nicht sein!"
Der Talisman. I. 5