32
jeder war gedrungen, zu gestehen, daß wenn er in demKampfe getödtet worden wäre, dies durch eine würdige Handgeschehen sein würde.
Die Krieger waren an Aussehen und Gestchtsdildung jederdas schneidende Gegenstück des Andern, und mochten nicht mitUnrecht als Musterbilder ihrer Nationen angesehen werden. DerFranke erschien als ein gewaltiger Mann, gebaut nach der altengothischen Leibesform, mit lichtbraunem Haar, das, als er denHelm abnahm, dicht und üppig sein Haupt umwallte. SeinGesicht hatte in dem heißen Klima eine dunklere Farbe gewon-nen, als die der Nackentheile war, die seltener bloß waren: dasverbürgte sein großes, wohlgeöffnetes blaues Auge, die Farbeseines Haars und Schnurrbarts, der dicht die Oberlippe bedeckte,während das Kinn nach normannischer Art säuberlich des Bartesentblößt war. Seine Nase war griechisch und wohlgeformt;sein Mund im Verhältniß etwas lang, aber voll wohlgereihter,starker, schöner, weißer Zähne; sein kleiner Kopf saß auf dem Nackenmit großer Anmuth. Sein Alter war nicht über dreißig Jahre;aber wenn man die Wirkungen von Beschwerden und Klima inBetracht zog, so mochte es wohl drei oder vier Jahre daruntersein- Seine Gestalt war schlank, kräftig, athletisch, gleich dereines Mannes, dessen Stärke in einem späteren Alter schwer-fällig werden mochte, während sie bis jetzt mit Leichtigkeit undBeweglichkeit gepaart gewesen. Seine Hände waren, nachdemer die Blechhandschuhe ausgezogen, lang, schön und wohlgebil-det, das Gelenk ausgezeichnet breit und stark, und die Armevorzüglich wohlgeformt und nervig. Kriegerische Kühnheit undunbekümmerte Freimuth des Ausdrucks bezeichncten seine Redeund seine Bewegungen; seine Stimme hatte den Ton einesMannes, der gewohnt war, mehr zu befehlen als zu gehorchen,