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13 (1851) Der Talisman
Entstehung
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Zweites Kapitel.

Zeiten der Gefahr haben immer und in einem eigcnthüm-lichen Grade ihre Augenblicke von Gemüthlichkeit und Sorg-losigkeit; dies war vorzüglich im Mittelalter der Fall, in wel-chem, da die Sitten der Zeit den Krieg als die vornehmsteund menschenwürdigste Beschäftigung bezeichnet hatten, dieZwischenräume von Frieden oder vielmehr von Waffenstillstanddesto mehr genossen wurden von jenen Streitern, je seltenersie ihnen geschenkt wurden, und ihnen theuer gemacht wurdengrade durch den Umstand, daß sie so vorübergehend waren.Es ist nicht der Mühe werth, eine unausgesetzte Feindschaftgegen einen Gegner zu bewahren, mit dem ein Kämpfer sichheute erst geschlagen, und dem er vielleicht den nächsten Mor-gen wieder zu blutiger Entscheidung entgegensteht. Zeit undLage gaben der Aufwallung gewaltiger Leidenschaften so vie-len Raum, daß Männer, wenn sie nicht besonders gegen ein-ander erbost oder durch das Gedächtniß eigener und persön-licher Unbill gereizt waren, sich froh crlustigten, einer an derGesellschaft des andern, so lange die kurzen Augenblicke vonFrieden dauerten, welche das Kriegerleben gewährte.

Die Verschiedenheit der Religion, selbst der blinde Eifer,welcher die Nachfolger des Kreuzes und des Halbmonds gegeneinander beseelte, wurde sehr besänftigt durch ein, edlen Strei-tern so natürliches Gefühl, das durch den Geist des Ritterthumssehr wohl gepflegt ward. Mit mächtigem Andrang hatte sich