den Sand gesteckt hatte, spannte er mit großer Kenntniß einenkurzen Bogen, den er hinter sich nachtrug, und, indem er seinPferd in Galopp setzte, beschrieb er nochmals zwei oder dreiKreise von größerer Ausdehnung als das erste Mal, und wäh-rend des Reitens schoß er sechs Pfeile auf den Christen mit sountrüglicher Fertigkeit, daß die Güte der Rüstung allein den-selben bewahrte, an eben so vielen Stellen verwundet zu wer-den. Der siebente Pfeil traf vermuthlich auf eine wenigerfeste Stelle der Rüstung, und der Christ sank schwer vom Pferdeherab. Aber wie groß war das Erstaunen des Saracenen,als er sich, nachdem er vom Pferd gestiegen, um den Zustandseines erlegten Feindes zu untersuchen, plötzlich in der Gewaltdes Europäers befand, welcher diese List angewandt hatte, umseinen Feind in sein Bereich zu locken! Auch in diesem tödt-lichen Handgemenge wurde der Saracene durch seine Gewandt-heit und Geistesgegenwart gerettet. Er löste den Schwert-guricl auf, woran der Ritter vom Leoparden ihn festhielt, und,als er so der mörderischen Hand seines Feindes entschlüpft war,bestieg er sein Pferd, das alle seine Bewegungen mit mensch-lichem Verstand zu beobachten schien, und ritt wieder davon.Aber in dem letzten Zusammentreffen hatte der SaraceneSchwert und Köcher verloren, beide waren an dem Gürtelbefestigt, den er im Stich lassen mußte. Auch seinen Turbanhatte er während des Kampfes eingebüßt- Diese Nachtheileschienen den Muselmann zu einem Waffenstillstand geneigt zumachen: er näherte sich dem Christen mit ausgestreckter Rech-ten und nicht länger in einer drohenden Stellung.
„Es ist Waffenstillstand zwischen unfern Nationen," sagteer in der lingua Iranes, deren man sich gemeiniglich bediente,um sich mit den Kreuzfahrern zu verständigen; „warum denn