Gesellschaft eines so liebenswürdigen, muthvollen und treuenWesens, wer will dann sagen, daß ich meinem Range Etwasvergebe, ans den ich ja in der That verzichten muß?"
Es lag etwas Anziehendes und Romantisches in dem Bilde,welches er sich von einem treuen Liebespaare entwarf, vonzwei Wesen, die sich einander Alles wurden und Arm in Armwider den Strom des Schicksals ankämpften. Aber plötzlichward er in diesem lieblichen Traume gestört durch den Ge-danken, daß derselbe auf einer selbstsüchtigen Grundlage ruhe.Wäre er Herr seiner Burg und seiner Thürme, seiner Forstenund Fluren, seines Erbes und Adels gewesen, so würde er alseine Unmöglichkeit die Vorstellung zurückgcwiesen haben, dieTochter eines Handwerkers zu seinem Range zu erheben. Abererniedrigt, in Armnth versunken wollte er zugeben, daß diesarme Mädchen in ihrer blinden Leidenschaft den bessern Aus-sichten auf eine sorgenfreie Lage in ihrem Stande entsage,um sich in die unsichere Lebensbahn zu werfen, zu welcher erverurtheilt war. Sein edler Sinn schrak mit Scham vor ei-nem so eigennützigen Glücksplan zurück, und er nahm seineKraft zusammen, um für den Rest des Abends das bezau-bernde Bild des Mädchens aus seiner Phantasie zu verban-nen, oder wenigstens nicht dem Gedanken nachzuhängen, daßsie in diesem Augenblicke das einzige Geschöpf sei, welchesWohlwollen für ihn hege.
Allein seine Willenskraft vermochte nicht ihr Bild ausseinen Träumen zu verbannen, nachdem er sich, erschöpft vonden Erlebnissen dieses Tages, zur Ruhe begeben hatte. Esmischte sich unter die seltsamsten Tranmgestalien, welche inFolge seiner letzten Abenteuer in seiner Seele aufstiegcn. Alsdie lebendige Beschreibung des Ritters Mungo bei ihm zurAnschauung ward, als ihm seine Einbildungskraft sein strö-