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12 (1851) Nigels Schicksale
Entstehung
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Schlafe. Er ist das nächste und beste Mittel wider die Phan-tasien, mit denen dn dich quälst."

Ich danke Euch für Eure rücksichtsvolle Güte, edlerHerr," erwiderte der Knabe.Wenn Ihr es erlaubt, will ichein wenig in diesem Sessel ausrnhcn. Ich befinde mich dabesser als auf dem Lager. Ich kann so ungestört Nachdenkenüber das, was ich gethan, und über das, was ich zu thnnhabe; und wenn Gott einem so erschöpften Wesen Schlafverleiht, soll er sehr willkommen sein."

Mit diesen Worten zog der Knabe seine Hand aus derHand Nigels, schlug seinen Mantel um sich und zum Theilüber sein Gesicht und übcrlies; sich dem Schlaf oder dem Nach-sinncn, während Lord Glenoarloch, ungeachtet der angreifcn-den Auftritte dieses und des vergangenen Tages, auf den Bei-nen blieb und gedankenvoll ans und ab ging.

Jeder Leser hat die Erfahrung gemacht, daß zu Zeiten derMensch nicht allein die äußern Umstände nicht bemeistern kann,sondern auch nicht Herr seiner eigenen Gedanken ist. Es warNigels natürlicher Wunsch, seine eigne Lage mit kaltem Blutezu erwägen und sich zu entscheiden über das Verhalten, wel-ches er als vernünftiger und beherzter Mann zu beobachtenhabe. Allein trotz seinem Willen und trotz der Wichtigkeit derFrage geschah es, daß seines Mitgefangenen Lage seine Gedan-ken mehr beschäftigte, als seine eigne. Er konnte sich keineRechenschaft geben über diese Abschweifung seiner Einbildungs-kraft und eben so wenig konnte er sic hemmen. Die bittende»Töne einer der lieblichsten Stimmen, die er je gehört, klangenfortwährend noch in seinem Ohre, während der Schlaf die Zunge,von welcher sie ansgegangen waren, gefesselt zu haben schien.Nigel schlich auf den Zehen herbei, um sich zu überzeugen, obdies wirklich der Fall sei. Die Falten des Mantels verdeckten