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12 (1851) Nigels Schicksale
Entstehung
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wie die Feder gedrückt werden muß, und das Kästchen wirdEuch zn schwer sein."

Ich habe keine Furcht," erwiderte Lord Glenvarloch, be-schämt über die Deutung, welche sie seiner Unlust gab, derFolge des Widerwillens gegen einen gräßlichen Anblick, wieihn der Furchtloseste haben kann.Ich will Euren Auftragansrichten. Aber Ihr dürft, Ihr könnt nicht hingehcn."

Ich kann und will," sprach sie.Ich bin gefaßt; dassollt Ihr sehen." Sie nahm von dem Tische eine Näharbeitund fädelte einen Seidenfaden mit fester Hand in eine feineNadel ein.Könnte ich das," fragte sie mit einem Lächeln,welches noch grausiger war, als ihr früherer verzweifelterBlick,könnte ich das, wenn mein Herz und meine Handnicht fest wären?"

Rasch ging sie voran die Treppe hinauf nach Nigels Zim-mer und von da die geheime Treppe hinab. Ihre Eile schiendie Besorgnis; zn verrathen, daß ihr Entschluß vor der Aus-führung wankend werden möchte. Unten an der engen Treppeblieb sie einen Augenblick stehen, ehe sie die Thür öffnete;dann aber trat sie eilenden Schrittes in das Schlafzimmer.Lord Glenvarloch folgte ihr auf dem Fuße. Sein Widerwille,den Schauplatz des Mordes zn betreten, verlor sich in seinerBesorgniß um die Ucberlebende.

Das Erste was sie that, war, daß sie die Vorhänge desBettes ihres Vaters aufzog. Die Bettdecke war unordentlichbei Seite geworfen, vermuthlich in Folge seines plötzlichenAufspringens, um sich dem Eindringen der Räuber in dasanstoßende Zimmer zn widersehen. Die harte Matratze zeigtekaum einen Eindruck von dem ausgemergelten Körpör desGeizhalses. Martha sank neben dem Bette nieder, faltete dieHände und betete knrz und inbrünstig um Beistand in ihrer