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nähme, welche die Unglückliche ihm cinflößte. Diese Theil-nahme machte auf den stolzen Sinn des Weibes einen um sogrößeren Eindruck, je weniger sic geneigt war, der Menschlich-keit oder dem Mitleid Anderer Etwas zu verdanken.
„Ich bin nicht gewohnt, so zu sein," sprach sie. „Aber dieNatur behauptet ihre Gewalt über ihre schwachen Geschöpfe.An Euch, Herr, habe ich ein Recht, denn ohne Euch würdeich diese Nacht nicht überlebt haben. Ich wollte, Euer Bei-stand wäre früher oder später gekommen. Ihr habt mein Le-ben gerettet und Ihr seid verpflichtet, es mir erträglich zumachen."
„Wofern Ihr mir zeigt, wie ich das vermag," erwiderteNigel.
»Ihr sagt, Ihr wollt ohne Verzug von hier Weggehen,"fuhr sie fort. „Nehmt mich mit. Für mich allein kann ichdieser Wildniß des Frevels und Elendes nicht entrinnen."
„Lieber Himmel! was kann ich für Euch thnn?" versetzteNigel. „Mein Weg, von dem ich nicht abgehen kann, führtmich aller Wahrscheinlichkeit nach in einen Kerker. Ich könnteEuch wohl mit mir von hier wegnehmcn, wenn Ihr sodannein Unterkommen bei einer befreundeten Person zu findenwüßtet."
„Befreundet!" rief sie. „Ich habe keinen Freund. — Siehaben uns längst verstoßen. Ein Gcspennst aus dem Grabewürde willkommener sein, als ich, wenn ich jetzt an den Thü-ren derer erschiene, die uns verleugnet haben. Und wenn siemir jetzt ihre Freundschaft wicdersctzenken wollten, würde ichdieselbe verachten, denn sie haben sie ihm entzogen, — ihm"— hier wurde sie durch eine heftige innere Bewegung unter-brochen, nach deren Bezwingung sie fortfuhr: — „ihm, derdort liegt. Ich habe keinen Freund."