Druckschrift 
12 (1851) Nigels Schicksale
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen
 

10

haben wurden. Gestrenger Junker, mein Kahn wird auf Euchwarten dort an der Tempeltreppe um fünf Uhr in der Frühe.Wollt Ihr also den Bluthunden entschlüpfen, so steht es beiEuch."

Warum hat Meister Lowestoffe mir nicht geschrieben?"fragte Nigel.

Lieber Gott! der gute Herr sitzt im Trocknen und hat sowenig mit Dinte und Feder zu thun, als ob er ein Pfarrerwäre."

Hat er mir ein Erkennungszeichen geschickt?" fragteNigel.

Ja gewiß," antwortete der Bursche,wenn ich es nurnicht vergessen habe." Er zupfte an dem Bunde seiner Ho-sen und fuhr fort:Ja, jetzt Hab' ich's. Ihr hättet mir zuglauben, weil Euer Name mit O geschrieben werde, stattGrahame. Ja, so ist es, glaub' ich. Nun? werdenwir uns in zwei Stunden treffen, wenn die Ebbe anfängt,und den Fluß hinnntergehen wie eine zwölfrudrige Barke?"

Weißt du, wo jetzt der König ist?" fragte Nigel.

Der König? Hm, der ist gestern zu Wasser nach Green-wich gegangen, wie ein ächter König, der immer obenaufschwimmt, wo er kann. Er sollte diese Woche jagen, aberdieser Plan ist, wie ich höre, aufgegeben, und der Prinz undder Herzog und die ganze Gesellschaft zu Greenwich sind solustig wie die Fischlein im Wasser."

Gut," erwiderte Nigel.Ich will um fünf Uhr bereitsein. Komm um diese Zeit hieher, meine Sachen abzuholen."

Ja Herr," erwiderte der Bursche und entfernte sich mitden unordentlichen Begleitern Hildebrods, die jetzt das Hansverließen. Der Herzog empfahl Nigeln, hinter ihm fest zuzu-schließen, und raunte ihm ins Ohr, indem er auf die Person