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12 (1851) Nigels Schicksale
Entstehung
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Seid außer Sorgen," rief sie;es sind feige Schurken,denen Muth eben so fremd ist, wie Mitleid. Wenn ich Waf-fen gehabt hätte, wollte ich mich ihrer ohne Hülfe erwehrthaben. Ach, mein armer Vater! Die Hülfe kommt zu spätfür diese kalte Leiche. Er ist todt todt!"

Während sie so sprach, war sie mit Nigeln bemüht, denLeichnam aufzurichten. Allein schon das Gewicht und die stei-fen Gelenke verriethen, daß das Leben entflohen war. Nigclsuchte nach einer Wunde, fand aber keine. Die Tochter desTobten, welche mehr Besonnenheit behauptete, als man voneiner Tochter unter solchen Umständen erwarten konnte, ent-deckte das Todeswerkzeug, eine Art Feldbinde, mit welcher ererdrosselt worden war.

Sie machte die tödtliche Schlinge los, legte den Leichnamin Lord Glenvarlochs Arme und eilte, Wasser, Weingeist undEssenzen herbeizuholcn, in der Hoffnung, daß das Leben nurzeitweilig stille stehe. Diese Hoffnung zeigte sich als eitel.Sie rieb seine Schläfe, hob seinen Kopf in die Höhe, machteseinen Schlafrock auf (wie cs schien, war er nach dem Ein-dringen der Räuber anfgestanden) und öffnete endlich mitMühe seine geballten Fäuste. Aus einer derselben fiel einSchlüssel, aus der andern das Goldstück, welches dem Un-glücklichen wenige Stunden vorher so viel Unruhe gemachthatte, und welches er vermuthlich in seiner Geistesschwächemit solcher Verzweiflung hatte bewahren wollen, als wäre esihm zum Leben unentbehrlich.

Es ist vergeblich es ist vergeblich," sprach Martha,von ihren fruchtlosen Bemühungen abstehend.Es ist vergeb-lich. Er ist ermordet. Ich mußte, daß es so kommen würde,und jetzt sehe ich's."

Sie ergriff den Schlüssel und das Goldstück, schleuderte