Druckschrift 
12 (1851) Nigels Schicksale
Entstehung
Seite
217
Einzelbild herunterladen
 

217

1

des Schreiens sich verdoppelte. Es schien ihm aus der Woh-nnng des Wucherers zu kommen. Der Weg zu dieser führtedurch die Thur, welche Trapbois am Nachmittage fest ver-schlossen hatte. Vergebens rüttelte Nigel an derselben. Plötz-lich fiel ihm die geheime Thür ein. Er eilte zurück in seinZimmer und bemühte sich, ein Licht anznzünden, was ihm nichtso schnell gelang, als seine Ungeduld wünschte. Währenddessen hörte er mit klopfendem Herzen das Geschrei sich wie-derholen und empfand eine wahre Angst bei dem Gedanken,daß es demnächst einer Todtenstille weichen würde.

Er eilte durch den schmalen winkeligen Gang, indem erdem Lärm folgte, welcher nun immer heftiger in seinem Ohrwiederhallte. Während er eine enge Treppe Hinabstieg, hörteer gedämpfte Männerstimmen:Verfluchtes Mensch! Schlag'sie zusammen! Stopf ihr das Maul! Schlag' ihr den Kopfein!" und ans der anderen Seite wiederum die, obwohljetzt erschöpfte, Stimme der Tochter des Hauses:Mörder!Hülfe!" Unten an der Treppe war eine kleine Thür, Nigelstieß dieselbe auf und befand sich ans dem Schauplatze derHandlung ein gespanntes Pistol in der Linken, das Lichtin der Rechten und den bloßen Degen nnter'm Arme.

Zwei Gauner waren im Begriff, die verzweifelt sich weh-rende Tochter des Trapbois zu überwältigen. Feyen von ihrenKleidern und Händevoll von ihren Haaren lagen umher zer-streut. Der eine Kerl hatte eben ein großes Znlegmesser ge-zogen, als Nigel eintrat. Sie wandten sich gegen ihn. Nigelschoß den mit dem Messer zusammen, warf nach dem Andernmit dem Leuchter, und drang mit dem Degen auf ihn ein.Es war jetzt fast ganz dunkel in dem Zimmer; nur ein schwa-cher Mondschein dämmerte durch das Fenster. Der zweiteRäuber feuerte ein Pistol nach Nigeln ab, ohne zu treffen,

(Nigels Schicksale. N.)