„Das habe ich auch gedacht, edler Herr," erwiderte Ri-chard; „drum Hab' ich ihr weder Wahrheit noch Lüge gesagt."
„Nun, was hast du ihr denn gesagt, du endloser Schwätzer?"fragte sein Herr, überdrüssig seines Geredes und doch neugie-rig auf das Ende.
»Ich sagte ihr," antwortete Richard, „Einiges über Euerweltliches Vermögen u. s. w>, was jetzt nicht gerade wahr ist,was aber einst wahr gewesen ist, was jetzt wahr sein sollteund einst wahr werden wird, nämlich, daß Ihr im BesitzEurer schönen Güter seiet, auf welche Ihr bis jetzt nur einRecht habt. Wir sprachen darüber und über andere Dingegar vergnüglich, bis sie den Pferdefuß zeigte und mir voneinem Weibsbild anstng, welches, wie sie sagte, Lust zu Ew.Herrlichkeit hätte, und bis sie sagte, sie möchte darüber gernmit Euch unter vier Augen reden. Wie ich aber ein solchesLied hörte, da dachte ich, sie möchte nichts Besseres sei» als— Hni!"
„Nun, was that deine Weisheit unter diesen Umständen?"fragte Nigel, der ungeachtet seines vorherigen Zornes nichtumhin konnte, zu lachen.
„Ich nahm einen Blick an," antwortete Richard, seineAugenbraunen zusammenziehend, „ich nahm einen Blick an,der ihr die Lust benehmen sollte, solche Aufträge auszrrichten.Ich legte ihr ihre Abscheulichkeit klar vor Auge», und be-dräuete sie, ich wollte sie auf den Tanchschemel bringen. Sieaber schimpfte mich einen ungezogenen nordischen Beigel, undso schieden wir, hoffentlich, um uns nie mehr zu trcfen. Undso habe ich zwischen Ew. Herrlichkeit und einer Nrsnchunggestanden, welche vielleicht schlimmer gewesen wäre als dasSpeisehaus oder das Schauspielhaus. Denu Ihr wißt ja,was Salomo, König der Juden, von fremden Webern sagt.