201
„Ich zweifle daran nicht im Geringsten," erwiderte derGraf. „Der König versteht sich anf die Geschäfte, und wenner sich selten damit befasst, so kommt dies lediglich von einerTrägheit, welche ihn hindert, seine guten Fähigkeiten anzn-wendcn. Aber, Meister Herivt, was ist nun weiter für unse-ren jungen Freund zu thun? Ihr misst, wie ich stehe. Schot-tische Herren, welche am Hofe leben, haben selten über Geldzu verfügen. Wenn aber nicht augenblicklich mit dieser An-weisung Geld herbeigcsehafft werden kann, so wird, nach dem,was Ihr mir flüchtig angedentet habt, das Pfand, der Ver-satz, oder wie das Ding heisst, verfallen.
„Das ist wahr," erwiderte Heriot etwas verlegen. „ZurEinlösung wird eine bedeutende Summe erfordert, und wirdsie nicht aufgebracht, so läuft die gesetzliche Frist ab, und dasGut fällt dem Gläubiger heim."
„Edle, werthe Freunde, die Ihr so unerwartet, so ohnemein Verdienst Ench meiner Sache angenommen habt," fielNigcl ein, „laßt mich nicht Eurer Güte zur Last fallen. Ihrhabt schon zuviel für mich gethan."
„Ruhig! ruhig!" fuhr der alte Graf fort. „Lasst den altenHeriot und mich die Sache ausschnüffeln. Horch, eben schlägter an."
„Gnädiger Herr," sprach der Bürger. „Der Herzog vonBuckingham spottet über unsere bürgerlichen Geldsäcke, indeßsie können sich manchmal anfthnn, um ein einsturzdrohendesedles Hans zu stützen."
„Das wissen wir," erwiderte der Graf; „lasst Buckinghamschmatzen, er ist ein Großsprecher. Aber das Mittel?"
„Ich habe schon dem Herrn von Glenvarloch zu verstehengegeben, daß die Einlösnngssumme anf eine solche Anweisungbeschafft werden könnte/'' sprach Heriot. „Ich will es über-