Ein Blick des Zornes, mit Argwohn gemischt, schoß ausJans schwarzen Angen.
„Hm! Was heißt das Hm? Ich bin wohl nicht der ersteGesell, der seines Meisters Tochter geheirathet hat."
„Wer das gethan hat, der hat sein Geheimnis; für sich be-halten, wenigstens so lange, bis seine Zeit abgelaufen war,"erwiderte Tnnstall.
„Ich will dir's rund heraus sagen," versetzte Jan gereizt,„dies mag der Brauch bei euch Edelleuten sein, die ihr vonKind auf gewöhnt werdet, zweierlei Gesichter unter einer Haubezu tragen. Meine Art wird das nie sein."
„Da ist die Treppe," entgegnete Tnnstall kaltblütig, „geh'hinauf und halte bei unserem Meister um Jungfrau Marga-rethe an, und du wirst sehen, welches Gesicht er unter seinerHaube tragen wird."
„Das laß ich bleiben," antwortete Jan; „ein solcher Narrbin ich nun gerade nicht. Aber ich will meine Zeit wählen,und alle Grafen in Cumberland sollen mich nicht hinunter -bringen; darauf verlaß dich."
Franz erwiderte nichts weiter. Beide richteten ihre Auf-merksamkeit ans die Ladengeschäfte und ihre Worte an dieVorübergehenden.
Anmerkung zum zweiten Kapitel.
Der erwähnte Meister Georg Heriot war bei seinen Leb-zeiten durch seine Handlungen weniger bekannt; dagegen kannman auf ihn das treffende Wort der Schrift anwcnden: „Wie-wohl er todt ist, redet er noch." Seiner herrlichen Stiftunghaben wir schon in der Einleitung erwähnt. Die sonstigenNachrichten von ihm sind unbedeutend.
Georg Heriot war geboren z» Trabourn im Kirchspiel Glads-