Er st es Kapitel.
Nun Schott- uud England halten Fried',
Und stracks eilt Sander über'» Tweed,Verändert sich im fremden Lande,
Daß seine Mutter ihn kaum mehr kannte.Statt eines Kleids von grobem FriesEr sich ein güldneS machen ließ;
Da§ plumpe Schwert vertauscht' er hierMit einem zierlichen Rappier,
Die Mühe mit dem Biberhut.
Nu» solche Wandlung heiß' ich gut.
Die Reformation.
Die lang andauernden Feindseligkeiten, welche seit Jahr-hunderten den Norden nnd den Tilden der großen britischen In-sel von einander getrennt hatten, waren glücklich beendigt durchdie Nachfolge des friedliebenden Jakob I. ans dem englischenThron. Jndeß, obwohl die Kronen von England und Schottlandauf dem nämlichen Haupte vereinigt waren, erforderte es dochgeraume Zeit und das Absterben mehrerer Generationen, bevor dieeingewurzelten Nationalvorurtheile, welche so lange zwischen denSchwesterkönigreichen gewaltet hatten, gänzlich schwanden, nnddie Unterthanen auf beiden Seiten des Tweed dahin kamen, ihreNachbarn vom andern Ufer als Bruder nnd Freunde zu betrachten.
Natürlich waren diese Vorurtheile noch am meisten in Kraftwährend der Regierung von König Jakob. Die Engländer be-schuldigten diesen König der Vorliebe für die Unterthanen sei-nes ursprünglichen Reiches, und mit gleichem Unrecht warfendie Schotten ihm vor, er habe sein Geburtsland vergessen und